Freitag, 1. September 2017
Merkwürdig ...
... ich wundere mich gerade, warum mein Tee so dünn ist.

Aha, ich habe keine Teeblätter hineingetan. Ich glaube ich sollte ins Bett gehen. ;o)

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Montag, 14. August 2017
Birgit die "Zuckerfreie", Teil 17
Ihr wartet ja alle sicherlich bereits mit angehaltenem Atem auf die Fortsetzung dieser Geschichte ... ;o)

Im Moment geht es gar nicht gut. Anfang des Jahres sah es ja noch so aus, als ob ich mein Ziel für dieses Jahr schaffen könnte, der Hund hielt mich in Trab und schlank, jetzt ist Hund ja schon lange weg und wir ziehen wieder einmal um ... da ist Trostessen angesagt ... zwar nicht so schlimm wie früher, aber immerhin. Ich wiege 1,9 Kilo mehr als zu Anfang des Jahres.

Anfang September steht der Umzug an. Danach hoffe ich, dass die Dinge sich wieder beruhigen und ich mich auf meine Gesundheit konzentrieren kann. Dazu gehört mein Gewicht. Dieses Jahr werde ich mich wohl damit begnügen müssen auf 80 Kilo runterzukommen und dann die restlichen 5 nächstes Jahr in Angriff nehmen.

So kann das manchmal gehen. Aber wenn's nichts Schlimmeres ist ...

Im Grossen und Ganzen war dieses Jahr bisher ziemlich beschissen mit einzelnen kleinen Lichtpunkten.

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Dienstag, 11. Juli 2017
Ja, Hamburg, das ist ein Ding ...
... aus verschiedenen Gründen. Man vergisst oft die Geschichte hinter den Geschehnissen ...

Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum die angeblichen Antikapitalisten nicht in reichen Vierteln zerstören (oder Banken) und Mercedesse und BMWs anzünden, sondern in einem relativ minderbemittelten Viertel wie dem Schanzenviertel ihr Unwesen treiben und da auch noch kleine Läden plündern. Das ist ein ganz falsches Statement, das da geliefert wird. Da wohnen keine Kapitalisten. Daher auch der Verdacht, dass es einfach nur um Lust am Zerstören geht.

Wenn es dann allerdings um die Polizisten geht, kann ich nicht verstehen, wieso die auf einmal die Helden der Nation sind. Polizisten haben bei vielen Gelegenheiten unbewaffnete junge Leute mishandelt, junge Frauen an den Haaren über den Asfalt geschleift, zu mehreren auf eine am Boden liegende Person eingeprügelt etc. etc., und das anonym, ohne Strafe fürchten zu müssen. Daher haben die Demonstranten angefangen, sich mit Wurfgeschossen zu bewaffnen. Daraufhin wurden Wasserwerfer eingesetzt und die Polizisten bekamen diese Kampfausrüstung mit Kampfschild und Helm. Ihr versteht sicher, worauf ich hinaus will … inzwischen wird die Polizei mit Waffen und Fahrzeugen ausgestattet, die ansonsten nur die Armee zur Verfügung hat. Meine Generation hat viel Scheisse mitangesehen bei Demonstrationen, und es waren nicht die Studenten in den 70gern, die mit der Gewalt angefangen haben. Damals konnten die Polizisten drauflos prügeln, weil niemand bewaffnet war, und sie haben ihre Macht genossen! Auch die panische Angst vor der RAF hat zu unglaublichen Übergriffen vonseiten der Polizei gegenüber grossen Gruppen ganz normaler Leute geführt. Ich rede hier jetzt nur von Hamburg und als Stichworte Absperrung ”Hamburger Dom” und ”Hauptbahnhof”, Riesenskandale, wo die Polizei dann mal den Zeigefinger zu sehen bekam. Nicht, dass das viel geändert hätte ...

Und sie können immer noch anonym austeilen, und wenn sie doch einmal entlarvt werden, rettet die Bruderschaft der Polizei sie vor der Rechtsverfolgung. Aber wenn ein Polizist eins auf die Fresse bekommt, dann wird geschrien und die Vermummung der Täter als feige bezeichnet.

Was ich mit alledem sagen will: Es gibt nichts und niemanden, der nur gut oder nur schlecht ist (ausser meiner schwäbischen Schwägerin natürlich, die nur böse ist ;o) ). Jemand der will, dass eine junge Frau identifiziert wird, weil sie einen Stein auf die Polizisten geworfen hat, damit sie rechtsverfolgt werden kann, sollte auch dafür eintreten, dass Polizisten, die sich ebenso daneben benehmen rechtsverfolgt werden.

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Dienstag, 18. April 2017
Birgit die "Zuckerfreie", Teil 16
Ihr habt sicherlich alle schon mit Spannung den nächsten Abschnitt dieser Saga erwartet ... ;o)

Nun, im Moment geht es leider in die ganz verkehrte Richtung; ich wiege 500 g mehr als zu Anfang des Jahres. Alles was ich durch Junghundestress abgenommen habe, ist wieder drauf auf den Hüften. Gleichzeitig habe ich anscheinend Muskelmasse entwickelt statt Fettmasse (wie Christina ganz richtig bemerkte, ist Muskelmasse schwerer als Fettmasse) durch Wandern und Fahrradfahren, denn meine Kleidung sitzt immer noch sehr locker. Vielleicht sollte ich jetzt lieber Umfang messen anstatt wiegen?

Jedenfalls habe ich noch 8,5 Monate, um 6,6 Kilo abzunehmen. Das könnte theoretisch immer noch klappen. Ich bin zuversichtlich! Ansonsten mache ich nächstes Jahr weiter ... ;o)

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Dienstag, 28. März 2017
Birgit erinnert sich ...
... Hamburg im Hauptbahnhof vor ca. 35 Jahren.

Ich stehe auf der Brücke, die zur Fussgängerzone führt. Auf der gegenüberliegenden Brücke vor der so genannten Wandelhalle spielt sich Folgendes ab:

Ein ziemlich abgerissener älterer Mann bettelt die Leute an, mit einem zerknautschen Hut in der Hand. Ein junger Mann, sehr elegant gekleidet, flippt völlig aus, schreit den Mann an, schlägt ihm den Hut aus der Hand, und als der sich danach bückt, tritt er ihm tatsächlich mit voll Karacho in den Hintern. Fast wäre der alte Mann hingefallen. Der beeilt sich weg. Der junge Mann hinterher und versucht, ihn noch einmal zu treten. Ich wollte gerade rüberlaufen, da sehe ich, dass die beiden in die Arme eines Sicherheitsbeamten laufen, der anscheinend alles mitangesehen hat.

Ich war ziemlich sprachlos. Jemanden, der bildlich gesprochen am Boden liegt, auch noch treten? Kleider machen eben doch keine Leute. Elegant gekleidete Leute können durchaus Wildtiere und Barbaren sein.

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Montag, 20. März 2017
Vegane "Leberwurst"
Seit wir nicht mehr an der Grenze zu Deutschland wohnen und die vegetarische Leberwurst Pfälzer Art (mit extra viel Pfeffer) aus dem Citti-Markt nicht mehr kaufen können, habe ich mich darin versucht, sie nachzugestalten.

Im Internet fand ich Rezepte, von denen ich eines für mich als Grundlage ausgewählt habe, und zwar basiert auf Bohnen. Eigentlich weisse Bohnen aus der Dose, aber da weiche ich schon ab und nehme Kidneybohnen, das gibt eine total leberwurstige Farbe, schon fast unheimlich, denn ich bin nie ein Freund von Leberwurst gewesen. Ich esse auch kein Schmalz aus Zwiebeln und Äpfeln, das riecht viel zu sehr nach richtigen Schmalz.

Um nicht vom Thema abzukommen, ich habe nach vielem Ausprobieren jetzt das Stadium erreicht, wo ich meine, dass das Rezept so richtig ist und auch geteilt werden kann.

Man nehme:
1 Dose Kidneybohnen
schwarzer Pfeffer en gros/ganz viel (gemahlen)
Jeweils eine Teelöffelspitze Muskat, Koriander, Cardamom (gemahlen)
Eine viertel Zwiebel
2 Esslöffel Olivenöl
Jeweils eine Teelöffelspitze getrockneter und fein zerkleinerter Thymian und Rosmarin
Ein Teelöffel getrockneter und fein zerkleinerter Majoran
Salz nach Geschmack

Im Originalrezept wurden auch noch gemahlene Nelken verwendet, aber das mochten wir nicht.
Alle Zutaten in einem Mixer zu einem feinen Pürree verarbeiten, mit Salz abschmecken und fertig.

Mein Mann behauptet, dass diese "Leberwurst" besser schmeckt als die vom Citti-Markt ...



Guten Appetit!

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Mittwoch, 15. März 2017
Gesehen in ...
... dem Eingang eines Einkaufszentrums in Valletta/Malta.

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Mittwoch, 22. Februar 2017
Mein vierzigster Geburtstag
Mein Mann und ich hatten geplant, an meinem vierzigsten Geburtstag auf die kanarischen Inseln zu fliegen. Zum Einen, weil mein Geburts am 3. Januar ist, einer schrecklichen Jahreszeit, zum Anderen, weil wir einer in Dänemark so beliebten ”Überraschungsparty” aus dem Weg gehen wollten.

Diese Partys werden von Leuten organisiert, die einem angeblich nahestehen, und man findet dann Menschen in seiner Wohnung vor, die man selber niemals einladen würde. Es herrscht ein richtiger Kult um diese ”vollen” Geburtstage, 40, 50, 60 etc., als ob sich da was Grundlegendes ändern würde.

Wir buchten unsere Reise irgendwann im November, und aus einem unerfindlichen Grund bestellten wir eine Versicherung (cancellation insurance), was wir noch nie gemacht hatten.

Das erwies sich als klug, denn nach einer unauskurierten Bronchitis bekam ich eine einseitige Mittelohrentzündung, die dann in einer Lungenentzündung kulminierte. Wir waren damals selbständig, und ich ging auch bei Fieber arbeiten, denn ohne mich ging es ja nicht … ;-)

Nach ein paar Tagen mit hohem Fieber riefen wir den Notarzt, der mich abhörte, aber nichts feststellte. Als es über Neujahr nur schlimmer und schlimmer wurde, brachte mein Mann mich an meinem vierzigsten Geburtstag ins Krankenhaus. Der untersuchende Arzt war ganz entsetzt über das, was er in meiner Lunge hörte, liess mich röntgen, und behielt mich gleich dort. Zwischenzeitlich kamen die Röntgenfotos, auf denen überhaupt nichts zu sehen war. Zum Glück hatte der Arzt genügend Selbstvertrauen (”Ich weiss, was ich gehört habe”) und liess mich trotzdem einweisen und sofort an einen Tropf legen. Später stellte sich dann heraus, dass man ihm die falschen Fotos gegeben hatte. Mein Name ist in Dänemark nicht gerade selten, daher hätte man auf die Versicherungsnummer schauen sollen, was offensichtlich nicht geschehen war.

Dank dieses Arztes also wurde ich nach einer Woche Verschleppung der Lungenentzündung ins Krankenhaus eingewiesen. Mein Hämoglobin im Blut war so niedrig, dass man mir eine Bluttransfusion geben wollte. Darauf verzichtete ich dankend und nahm lieber Tabletten.

Die ersten drei Tage und Nächte war ich mehr oder weniger total umnebelt von Fieber und Medikamenten. In der einen Nacht dachte ich, dass ich jetzt ganz bestimmt abkratze. Ich träumte nämlich, dass man hinter mir her war und mein Licht auslöschen wollte. Ich bemerkte nicht einmal, dass mein Mann am Bett sass, das auf dem Gang stand. Auf dem Gang befanden sich wohl nach und nach so an die sechs Betten, weil wegen einer Lungenentzündungsepidemie die Kapazität des Krankenhauses überfordert war.

Als ich dann etwas klarer wurde, und ja, ich habe überlebt, begann ich meine Umgebung wahrzunehmen. Im Zimmer neben meinem Gangplatz lagen einige ältere Herren. Wenn mich nicht alles täuschte, war der eine permanent dabei zu onanieren. Die Laute, die er von sich gab, liessen darauf schliessen und die Bemerkungen der Schwestern, dass seine Windel ja schon wieder nass wäre. Wenn die nur gewusst hätten! ;-)

Das Personal war freundlich und hilfsbereit bis auf eine richtig unhöfliche, ruppige Nachtschwester (nachstehend Ruppi genannt).

Inzwischen hatten sich mir ja weitere Kranke auf dem Gang zugesellt, unter anderem eine ältere Dame und ein Vagabund. Die ältere Dame war sicher schon so um die 80 und sehr still und zurückhaltend. Nun konnte sie nicht immer schlafen und setzte sich dann auf ihr Bett. Sie störte niemanden, trotzdem wurde sie von Ruppi angeschnauzt, dass sie sich gefälligst ins Bett legen sollte. Mein Bett war ein wenig abgeschirmt, vielleicht wegen der Ansteckungsgefahr? Ruppi lugte zu mir rein. Ich sass auch im Bett, weil ich im Liegen nicht so gut Luft bekam. Sie wollte was sagen, aber ich gab ihr was mein Mann ”den Blick” nennt, und sie zog sich eilends zurück.

Der Vagabund war, wie sicher auch der Onanierer, etwas verwirrt. Nachts schob er die Rolltische durch die Gegend, nicht nur seinen eigenen, manchmal ins Badezimmer hinein. Das Personal konnte dann zusehen, wie sie die wiederfanden und zusortierten. Weniger angenehm war, dass er die Sachen der anderen Patienten durchwühlte. Als er die Taschen meines Mantels untersuchte, fragte ich ihn, was er denn da mache, woraufhin er murmelte ”nein, das gehört nicht meinen Leuten” und sich verzog. Er war der nachtaktivste von uns allen und hielt das Personal auf Trab.

Einer der älteren Herren aus dem Zimmer stand eines Morgens auf und zog sich an, da er durch den Onanierer wachgehalten wurde. Ruppi kam und schimpfte, wodurch wir anderen auch alle wach wurden und verlangte, dass er sich wieder hinlegte. Mitten im Ausschimpfen erklang dann der Weck-Gong. ”Und was sagst du jetzt, wa?” schnauzte der Mann Ruppi an. Sie schnauzte noch kurz zurück und ging dann ihres Weges.

Nach einigen Tagen wurden wir umgelegt, also an eine andere Stelle verlegt. Das Altherrenzimmer wurde geräumt, und sechs Damen, inklusive meiner selbst wurden dort reingerollt.

Von da an ging’s bergauf, jedenfalls für mich. Mir gleich gegenüber lag eine alte Dame, die keine Lust mehr zum Leben hatte. Sie verweigerte Essen und bekam Flüssigkeit aus dem Tropf. Die Schwestern waren sehr liebevoll zu ihr, obwohl sie ihr mit Zwangsernährung drohen mussten. Sie durften sie nicht verhungern lassen. (Also wenn ich einmal keine Lust mehr habe, dann verstecke ich mich irgendwo in Schweden im Wald. Sie tat mir sehr leid.) Aber die Schwestern nahmen sich die Zeit, ab und zu einmal reinzukommen und mit ihr zu sprechen. Das fand ich schön.

Dort sah ich zum ersten Mal das in Dänemark so beliebte ”Øllebrød”, ein Matschbrei aus eingeweichtem Brot, Bier und Sahne. Es sah aus wie K…., roch wie K…. und daher habe ich es nie probiert. Es soll oder besser kann angeblich sehr lecker schmecken.

Was ich auch gut fand war, dass man die tägliche Kleidung im Krankenhaus bekam, d. h. Unterwäsche, das offene Nachthemd und Socken. Das kannte ich nicht aus Deutschland, und ich weiss natürlich nicht, ob das immer noch so ist.

Später musste ich mir von meinen Freunden anhören, dass mein Mann ja vieieieiel schlimmer aussah als ich … da war kein Mitleid zu holen! ;-)

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Samstag, 18. Februar 2017
Gesehen in ...
Sæby, Nordjütland, Ostküste, ein humorvoller Yacht-Besitzer:

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Montag, 13. Februar 2017
Was für ein Paar! (Kurzgeschichte)
In einer anderen Bloggemeinschaft gibt es eine Bloggerin, die manchmal Aufgaben stellt unter dem Thema "Schreib mit mir". Sie gibt einige wenige Dinge vor, zu denen man dann eine Geschichte spinnen kann.

Daraus ist folgende Geschichte entstanden, die eigentlich auch ein Kurzkrimi ist:

Seit einem halben Jahr teilen Karsten und Stig sich eine kleine Dreizimmerwohnung in Hamburg, in der Langen Reihe hinter dem Hauptbahnhof. Nicht die beste Gegend, aber billig. Eigentlich ist es Karstens Wohnung, denn sein Name steht auf dem Mietvertrag. Aber er hatte vor sechs Monaten per Annonce einen Mitbewohner gesucht, um Geld zu sparen, denn er ist Student, Student der Theologie. Er will Pastor werden und Gottes Wort unter die Menschen bringen. Er ist zwar nicht der einzige Theologe, aber er hält sich für besonders berufen, denn Gott hat zu ihm gesprochen und ihm den Auftrag gegeben, die Menschheit eines Besseren zu belehren.

Mit Stig, einem schwedischen Geschäftsreisenden jüngeren Alters, hat Karsten einen guten Griff getan, wie er meint. Sie sehen sich nur zum Frühstück, trinken Kaffee zusammen, teilen die Morgenzeitung, und dann geht jeder seines Weges. Stig ist öfter auf mehrtägigen Geschäftsreisen, dann hat Karsten die Wohnung für sich allein und kann seine zukünftigen Predigten laut üben. Der Tonfall ist wichtig, eindringlich, mahnend, aber nicht von oben herab, mehr in der Art von ”wir sind ja alle Sünder, keiner von uns ist würdig”. Das kommt besser an, meint Karsten.

Stig weiss nichts von den grossartigen Plänen, die Karsten für die Menschheit hegt. Ihre Gespräche am Frühstückstisch sind sparsam, man hebt die Kaffeetasse und schaut sich über die Zeitung hinweg an, das war’s dann auch schon.

Es könnte alles eitel Sonnenschein sein, wenn nicht die aufdringliche Nachbarin wäre, eine junge und äusserst hübsche Frau, die in Karstens Augen zu viel Interesse an den beiden jungen Männern an den Tag legt, fast schon schamlos. Jedes Mal wenn sie einen der beiden trifft, fragt sie ob Karsten und Stig schwul wären, ein Paar gewissermassen. Stig guckt sie nur kühl an und ignoriert sie, aber Karsten findet dieses Benehmen empörend und protestiert vehement. Damit erreicht er allerdings nur, dass die freche Person ihn dann auffordert ihr zu beweisen, dass er heterosexuell ist. Hemmungsloses Weibsstück!

Das hemmungslose Weibsstück heisst Alexandra, ist gross und schlank und mit einer prachtvollen Mähne schwarzen, gelockten Haares gesegnet. Dazu gesellen sich ein heller Teint und dunkelblaue Augen und fertig ist die perfekte keltische Schönheit. Es ärgert sie masslos, dass keiner der beiden jungen Männer anbeisst. Beide sind auf ihre Weise gutaussehend. Karsten hat etwas von einem Dichter. Er sieht aus, als ob er nie richtig hier und jetzt anwesend ist, sondern immer auf irgendeiner Wolke schwebt. Ausser wenn er sie ausschimpft natürlich. Er hat zarte Gesichtszüge und braunes gewelltes Haar und ist vielleicht ein ganz klein wenig zu dünn.

Stig, der Kühle, ist mehr der männliche Typ, vielleicht vergleichbar mit Jean-Claude Vandamme. Aber er ist völlig unnahbar. Alexandra hat keinen von ihnen je mit einer Frau zusammen gesehen, daher auch der Verdacht der Homosexualität.

Alexandra arbeitet als Kellnerin in einem Restaurant in der Langen Reihe. Das ist nicht ihr Traumjob, aber sie ist noch jung, gerade erst zwanzig Jahre alt, und muss sich erst noch überlegen, was sie eigentlich mit ihrem Leben anfangen will. Im Moment benutzt sie ihre Freizeit dazu, Stig und Karsten nachzustellen. Das wird langsam zu einer richtigen Besessenheit.

Sie hat beide schon viele Male verfolgt. Karstens Tagesablauf ist langweilig. Er geht nur in die Uni, Einkaufen und Wäschewaschen. Mehr scheint in seinem Leben nicht stattzufinden. Stig ist ein anderer Fall. Es gelingt ihm immer, Alexandra in kürzester Zeit abzuhängen, als ob er wüsste, dass sie ihm nachsteigt. Sie weiss daher immer noch nicht, wo er hingeht und mit wem er sich trifft.

Eines Morgens bietet sich jedoch eine andere Möglichkeit. Alexandra will gerade an Karsten und Stigs Wohnung vorbeigehen – sie wohnen ein Stockwerk unter Alexandra – als sie bemerkt, dass die Wohnungstür nicht richtig geschlossen ist. Sie kann nicht widerstehen und öffnet die Tür ganz vorsichtig, so dass sie hineinspähen kann. Irgendwo in der Wohnung ist jemand dabei, laut ein Gedicht aufzusagen oder sowas, sie kann die Worte nicht hören, aber der Tonfall ist reklamierend. Sie schleicht sich in den Korridor der Wohnung und sieht Karsten in der Küche hin- und hergehen, ein Ei in der Hand, in der anderen mit dem Löffel gestikulierend und vor sich hinredend. Sie hört jetzt vielfach die Worte ”Gott”, ”Jesus Christus” und ”wir armen Sünder” heraus. Ach du meine Güte, denkt Alexandra, wie ist der denn drauf. Die Neugierde treibt sie dazu, die erste Tür zu ihrer Rechten vorsichtig zu öffnen. Das sieht nach Karstens Zimmer aus, Bücher über Bücher auf allen freien Flächen. Die Titel lassen auf christliche Literatur schliessen. Deswegen ist er so verklemmt, denkt sie.

Sie probiert die Tür auf der linken Seite. In diesem Zimmer sieht es sehr spartanisch aus. Keine Bücher, keine Bilder, keine Poster, überhaupt nichts Persönliches. Neugieriger als je zuvor geht sie hinein und schliesst die Tür hinter sich. Sie zieht nacheinander alle Schubladen auf, kann aber ausser Kleidungsstücken nichts finden, was ihr etwas über Stig erzählen könnte. Sie schaut unter das Bett. Da liegt ein flacher Kasten. Ist das eine elektrische Gitarre? Sie zieht den Kasten unter dem Bett hervor. Nein, der ist zu schmal, keine Gitarre. Sie öffnet den Kasten … und klappt ihn gleich wieder zu. Hat sie richtig gesehen? Sie schaut noch einmal: richtig, in dem Kasten liegt ein Gewehr, und zwar so eines wie sie Hitmen in Gangsterfilmen immer benutzen, mit Schalldämpfer und allen möglichen aufschraubbaren Teilchen. Alexandra kann den Blick nicht abwenden. Ein Messias und ein Hitman, was für ein Paar, denkt sie.

In dem Moment öffnet sich die Tür und Stig kommt herein. Alexandra schreit auf, klappt den Kasten zu und schiebt ihn unter das Bett. Aber Stig hat gesehen, was sie da gemacht hat. Durch den Schrei wird Karsten aufmerksam und stürzt ebenfalls ins Zimmer, nur um mit ansehen zu müssen, wie Stig dabei ist Alexandra zu erwürgen. Karsten bricht in eine laute Klage über die sündhafte Menschheit aus und bittet Gott um Gnade für Alexandra und Stigs schwarze Seele. Vor lauter Verblüffung lockert Stig seinen Griff um Alexandras Hals, die ihm geistesgegenwärtig ihr Knie in die Weichteile stösst und sich losreisst, während er sich vor Schmerzen zusammenkrümmt. Alexandra fängt laut an ”Hilfe, Mörder” zu schreien, während Karsten in seinem Klagegesang fortfährt. Durch all den Lärm werden noch mehr Nachbarn in die Wohnung gelockt, einige davon Rausschmeisser auf dem Kiez, die sich über Stig hermachen. Irgendjemand ruft die Polizei, Stig wird festgenommen und Karsten und Alexandra werden ebenfalls in einen Streifenwagen geladen, um ihre Erklärungen abzugeben.

Bevor sie auf der Wache in verschiedene Verhörlokale geführt werden, gelingt es Alexandra Karsten ”mein Held, ich werde dich heute Nacht belohnen” zuzuflüstern, woraufhin er in eine neue Klage über den Zustand der Menschheit ausbricht. Der Polizist, der ihn verhören soll, rauft sich die Haare.

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Montag, 6. Februar 2017
Abschied
Mein Herz ist schwer heute. Letzten Freitag haben wir uns entschlossen, unsere kleine Jackie an eine andere Familie abzugeben, da sich mein Mann seit Längerem sehr unglücklich fühlte über die Einschränkungen in unserem Leben, die er in dem Ausmass nicht vorausgesehen hatte (ich allerdings auch nicht).

Wir setzten eine Annonce ins Internet, und bereits am selben Abend bekamen wir Kontakt mit einem etwas jüngeren Ehepaar (also jünger als wir), die auf einem Bauernhof mit Pferden wohnen, von zuhause arbeiten und gerade ihren Hund verloren hatten, der 14 Jahre alt geworden war. Auch ein Jack Russell Terrier. Sie kamen am Sonnabend Vormittag und blieben fast eine Stunde, so dass man Gelegenheit hatte zu sehen, wie sie mit Wuffer umgehen.
 
Die Überzeugung, dass Jackie es bei den beiden besser haben wird als bei uns, die wir ja nicht über Erfahrung mit Hunden verfügen, macht uns den Abschied leichter.
 
Da das alles so schnell ging, befinde ich mich immer noch in einem leichten Schockzustand und muss auch die plötzliche Stille im Haus erst einmal verarbeiten. Ich vermisse sie gerade ganz schrecklich, obwohl ich überzeugt bin, dass sie dort auf dem Hof besser aufgehoben ist.  Mein Verstand sagt mir, dass es für Jackie gut so ist, wie es gekommen ist.
 
Liebe Grüsse von der im Moment nicht so ganz glücklichen Birgit.

P.S.: Es kann sein, dass ich in den nächsten Tagen nicht posten werde ... :-(

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Donnerstag, 2. Februar 2017
Birgit die "Zuckerfrei", Teil 15
Voila, das erste Mal seit 10 Jahren unter 80 Kilo. Heute 79,5!

Schafft euch einen jungen Hund an, dann purzeln die Pfunde, denn man hat kaum Zeit zum Essen, schläft nicht genug und bewegt sich viel.

(Ich übertreibe ... geringfügig)

;o)

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Sonntag, 29. Januar 2017
Das sind die Ruinen ...
... in die ich meinen Hund nicht hineinlaufen lassen will. Sie werden abgerissen, sobald der Boden entweder durchgefroren ist oder durchgetrocktnet ist, und zwar wegen der schweren Baumaschinen. Durchgetrocknet? In Dänemark? Ahahahahahahah ...



Der mittlere Flügel von hinten. Vom Hof aus sieht er besser aus.



Der Ostflügel vom Feld aus gesehen. Hier ist gar keine Wand mehr. Der Heizöltank steht nur 5-6 m weg von der Bruchbude.



Der Ostflügel, Giebel nach Süden. Neben den Steinen hat mein Mann bis vor Kurzem noch immer das Auto geparkt. Ich habe ihn endlich dazu überredet, es an der Westseite des Wohnhauses zu parken.

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Samstag, 21. Januar 2017
Mein Name ist Jackie ...
... und ich bin ein Jack Russel Terrier, ganze vier Monate alt. Am 26.12 2016 holten meine neuen Besitzer mich ab. Auf der dreistündigen Autofahrt zu meinem neuen Heim sollte ich im Reisekorb liegen. Das gefiel mir gar nicht, denn ich wollte Körperkontakt, aber das war denen zu gefährlich im Auto.

Die Frau sass neben mir und versuchte, mich zu beruhigen, aber ich habe ganz schön geheult. Zum Schluss zog ich mich in die hinterste Ecke vom Korb zurück und schielte beleidigt auf die Frau. Lange hielt ich das nicht aus, denn dazu war ich zu neugierig. Langsam rutschte ich immer näher an die Frau heran. Zum Schluss durfte ich raus und dann verbrachte ich den Rest der Fahrt bei der Frau auf dem Schoss und war ganz brav.

Der Mann ist mein und der Fraus „alpha male“. Am schönsten ist es, wenn wir alle drei zusammen sind, aber inzwischen kann ich auf einen für kurze Zeit verzichten, denn ich kann dann ja den anderen belagern. Ich habe auch einen Korb mit einem enorm weichen Kissen, auf das die Frau ganz neidisch ist. Dort fühle ich mich sicher und ich schleppe alle meine Spielzeuge da mit hin.

Die letzten beiden Nächte habe ich mich 6 Stunden halten können und habe nicht auf den Boden gepieselt oder gewurstet. Der Mann und die Frau sind ganz stolz auf mich. Ich habe auch schon viele Male draussen meine Geschäfte erledigt, aber heute will ich nicht. Es ist viel zu kalt und stürmt und das Gras ist nass, pfui bäh, das bin ich gar nicht gewohnt.
Vorgestern war es besser, da waren wir im Garten und ich habe eine riesige Distel gefunden, mit der ich spielen konnte.

Gestern war ich schon wieder im Auto unterwegs, und zwar in die Stadt, um für mich noch etwas einzukaufen. Dieses Mal musste ich im Reisekorb hinten im Auto fahren. Da habe ich etwas protestiert, aber nicht sehr lange. Es war aufregend draussen zu laufen, so viele Leute und Autos, aber ich hatte gar keine Angst. Die Frau war wieder ganz stolz auf mich. Ganz viele Menschen haben mich angelächelt und einige wollten mich auch anfassen. Die junge Frau im Petshop war so nett und roch interessant nach Katze. Ich habe ganz viel Spielzeug und eine weiche Bürste für mein Fell bekommen.

Das war’s für heute, denn die Frau bekommt müde Arme vom Tippen, da sie über mich rübergreifen muss, um an die Tastatur zu kommen. Das stärkt die Armmuskeln!

Und Jackie ist der Grund, warum ich im Moment nicht so viel schreibe, nicht wegen der Armmuskeln, sondern wegen der Zeit, die die kleine Kreatur in Anspruch nimmt.

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